Das Ende einer Ära

In einer anderen Jahreszeit, vor ein oder zwei Jahren, bin ich auf der Suche nach meinem Pferd auf die weiter entfernte Weide gelaufen, Halfter in der Hand. Der Weg führt unter dem Waldrand durch, und ist eher schmal. Als ich fast hinten war, hat mich die Herde erspäht und entschieden, dass meine Ankunft etwas mit Futter zu tun haben müsse.

Die ganze Gruppe brach nach und nach auf und galoppierte an mir vorbei zurück zum Stall. Ich brachte mich am Waldrand in Sicherheit, und wartete den Exodus ab. Da kamen nacheinander zwei Pferde von oben her, aus den Bäumen heraus, eine steile Böschung herunter: Saltarin und Sophia.

Wie in einem Western sprangen sie den Hang herunter, ungestüm und ohne Rücksicht auf Verluste: Saltarin mit seinen dünnen, überbeweglichen Vorderbeinen, Sophia zwar stabiler, aber noch etwas älter als er. Ich war froh, dass sie unbeschadet blieben und staunte, wie wenig doch das Alter den Charakter eines Pferdes verändert. Die beiden waren beide ihr Leben lang eigenwillig und temperamentvoll gewesen, und ganz offensichtlich auch mit fast 30 nicht vorsichtiger oder langsamer geworden.

Daher erscheint es mir besonders passend, dass sie nun beide zusammen gegangen sind. Am 9. Januar 2021 sind sie davon gestürmt, haben uns, ihre Körper und die Herde hinter sich gelassen, um neue Sphären zu erkunden.

Saltarin und die Bäume
Genau diese Böschung – bloss sieht man hier nicht, wie steil das ist
Sophie voran, Saltarin hinterher
Am Hang, von unten nach oben: Diana, Dillon, Saltarin (und der Kater Gitane)

Fotos Lukas Graf

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